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Friedrich Schiedel Literaturpreis der Stadt Bad Wurzach/Allgäu
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Bad Wurzach gratuliert
Martin Walser bekommt OEW-Kunstpreis

 
Ulm (sz) - Den Oberschwäbischen Kunstpreis erhält in diesem Jahr der Schriftsteller Martin Walser. Die Auszeichnung, die die Oberschwäbischen Elektrizitätswerke (OEW) durch Landrat Dr. Wolfgang Schürle am 12. Juni in Tettnang vergeben, ist mit 15.000 Euro dotiert.
 
Die Vergabe des OEW-Preises an den berühmten Schriftsteller, der vom Bodensee stammt, ist eigentlich keine Überraschung. Überraschend ist eher, dass diesem wichtigen Vertreter der deutschen Nachkriegsliteratur, der sich bei aller Weltläufigkeit seiner Heimat Bodensee-Oberschwaben nach wie vor verbunden fühlt, diese Ehre noch nicht zuteil wurde. Schließlich ist Martin Walser seit 1955, als er für seine Erzählung „Templones Ende“ den Preis der Gruppe 47 erhielt, reichlich mit Auszeichnungen für sein literarisches Schaffen bedacht worden: Hesse- , Büchner-, Hauptmann-, Schiller-, Hölderlin-Preis. Daneben kamen auch schon früh Würdigungen aus dem Land: Bodensee-, Wurzacher-, Überlinger-, Alemannischer Literaturpreis. Von wegen, der Prophet gilt im eigenen Land nichts! Der OEW-Kunstpreis schließt den Kreis.
„Ein Künstler wie er im Buche steht“ überschreibt Iso Camartin die Laudatio, die er am 12. Juni auf Martin Walser halten will. Camartin, von 1985 bis 1997 Ordinarius für Rätoromanische Literatur an der ETH Zürich und bis vor zwei Jahren Leiter der Kulturabteilung des Schweizer Fernsehens DRS, ist mit Martin Walser auf vielfältige Weise verbunden. Camartin, 1944 in Chur geboren, gilt als ausgezeichneter Kenner der Kultur des Alpenraumes und ist Literaturkritiker. Er gehörte der Jury des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbs an. Auch zu Walsers 75. Geburtstag vor drei Jahren hielt Carmartin die Laudatio bei dem Festakt, den die Gesellschaft Oberschwaben für den Schriftsteller im Meersburger Schloss ausgerichtet hatte.
Martin Walser selbst wird bei der Verleihung im Rittersaal des Tettnagner Schlosses aus seinem 1986 erschienenen Band „Heilige Brocken“ lesen.

Schwäbische Zeitung, Ausgabe 121, 20.05.2005