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Friedrich Schiedel
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Friedrich Schiedel Literaturpreis der Stadt Bad Wurzach/Allgäu
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1987

Horst Bienek
für seinen Roman "Erde und Feuer", den abschließenden Band seiner schlesischen Romantetralogie (vorausgegangen "Die erste Polka", "Septemberlicht", "Zeit ohne Glocken")

Laudator: Prof. Dr. Martin Broszat
Autor der nachstehenden Verleihungsurkunde: Prof. Dr. Dr. Joachim Störig

Das Werk entspricht in hervorragender Weise den Bedingungen der Satzung für die Vergabe des Preises: Es bringt einen entscheidenden, zugleich den bittersten Abschnitt der neueren deutschen Geschichte, des Ende des zweiten Weltkriegs und die Vertreibung der Ostdeutschen in literarisch wertvoller Form einem großen Leserkreis nahe. Horst Bienek hat, nachdem er die furchtbaren Erlebnisse seiner Gefängnis- und Lagerhaft in der DDR und der Sowjetunion künstlerisch bewältigt hatte, in 4 Romanen das Schicksal seiner schlesischen Heimatstadt Gleiwitz behandelt. "Erde und Feuer" schildert die Schicksale mehrer einheimischer Familien vor dem Hintergrund des Zusammenbruchs der nationalsozialistischen Herrschaft, des russischen Einmarsches in Gleiwitz sowie die Vernichtung der Stadt Dresden im Bombenhagel. Der deutsche Zusammenbruch nach maßloser Hybris und das Erleben von Millionen Heimatvertriebener sind eindringlich und exemplarisch dargestellt.

Horst Bienek hat mit seinem Werk einen bleibenden Beitrag zur deutschen Literatur geschaffen, zugleich zur Erkenntnis und Bewahrung und (vielleicht) Bewältigung des dunkelsten Abschnitts der deutschen Geschichte.
 
 
 

Kurzbiographie

Horst Bienek, geb. am 07. Mai 1930 in Gleiwitz. 1962 kreierte er die "Werkstattgespräche mit Schriftstellern". Es folgten Collagen und Gedichte, seine größte Berühmtheit erlangte er mit der schlesischen Tetralogie. Er erhielt viele Literaturpreise, darunter den Bremer Literaturpreis, den Wilhelm-Raabe-Preis, den Nelly-Sachs-Preis und den Jean-Paul-Preis, er starb am 07. Dezember 1990 in seiner Wahlheimat München.


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