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Friedrich Schiedel Literaturpreis der Stadt Bad Wurzach/Allgäu
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2006
Wibke Bruhns
für Ihr Buch "Meines Vaters Land - Geschichte einer deutschen Familie".
(Ullstein Buchverlage GmbH, Econ, Berlin 2004)

Laudator: Christhard Läpple (stellv. Leiter des ZDF-Kulturmagazines "Aspekte")
 
Arno SurminskiZum Inhalt des Buches: Am 26. August 1944 wird der Abwehroffizier Hans Georg Klamroth wegen Hochverrats hingerichtet. Jahrzehnte später sieht seine jüngste Tochter in einer Fernsehdokumentation über den 20. Juli Bilder ihres Vaters, aufgenommen während des Prozesses im Volksgerichtshof. Ein Anblick, der Wibke Bruhns nicht mehr loslässt. Wer war dieser Mann, den sie kaum kannte, der fremde Vater, der ihr plötzlich so nah ist? Die lange Suche nach seiner, ja auch ihrer eigenen Geschichte führt sie zurück in die Vergangenheit: Die Klamroths sind eine angesehene großbürgerliche Kaufmannsfamilie und muten wie ein Halberstädter Pendant zu den Buddenbrooks an. Unzählige Fotos, Briefe und Tagebücher sind der Fundus für ein einzigartiges Familienepos.
 
Arno Surminski - Sommer vierundvierzig
 

Biographie
Wibke Gertrud Bruhns, geb. Klamroth , wurde am 8. Sept. 1938 in Halberstadt/Harz als Tochter eines Kaufmanns geboren. Politisch prägend für sie war das Schicksal ihres Vaters, der nach dem Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 hingerichtet wurde.

Sie wuchs in Halberstadt auf, war jedoch durch die diplomatischen Dienste ihrer Mutter bereits in jungen Jahren viel in europäischen Städten wie Stockholm und London unterwegs. Nach dem Abitur in Berlin studierte sie bis 1960 in Hamburg Geschichte und Politik.

Nach einem Volontariat bei der BILD-Zeitung, wechselte sie als Redakteurin und Moderatorin zum Zweiten Deutschen Fernsehen. 1971 machte sie als erste Nachrichtensprecherin der ZDF-Sendung „heute“ Furore. Nach 380 Nachrichtensendungen ging sie 1973 zum WDR und moderierte fortan das „Tagesmagazin“.

Durch ihr starkes politisches Engagement in der Sozialdemokratischen Partei, geriet sie öfters in scharfe öffentliche Kontroverse bezüglich ihrer verpflichtenden politischen Neutralität als Journalistin.

1979 ging sie als Nahostkorrespondentin für den "stern" nach Jerusalem. Ihre dortigen Eindrücke und Erlebnisse schilderte sie in dem 1982 veröffentlichten Buch "Mein Jerusalem", das laut Frankfurter Allgemeine Zeitung ein "impressionistisch-privater Bilderbogen zum Kennen lernen der Heiligen Stadt" war und "beiden Seiten im Nahost-Konflikt Gerechtigkeit angedeihen" ließ. Keinen Hehl machte die streitbare Journalistin aus ihrer Abneigung gegen die "unerträgliche Mischung von Gesangbuch und Gewehr".

1984-1988 berichtete Bruhns für den "stern" in Washington und veröffentlichte während dieser Zeit im Magazin „GEO“ ihre viel beachtete Reportage über das Vietnam-Denkmal in der amerikanischen Hauptstadt ("Die Mauer der Versöhnung - das Vietnam Veterans' Memorial"). Für die "Beschreibung des Krieges als endlose Reihe persönlicher Opfer" wurde ihr 1989 der Egon-Erwin-Kisch-Preis verliehen.

Seit 1990 war Wibke Bruhns bei unterschiedlichen Fernsehsendern wie WDR und VOX als Moderatorin tätig. 2000 wurde sie auf der EXPO in Hannover als Sprecherin eingesetzt. Seither ist sie wieder als freie Journalistin tätig.

2004 erschien ihr Buch „Meines Vaters Land - Geschichte einer deutschen Familie “ , in dem sie die Geschichte ihres Vaters mit verarbeitet. Dieses Epos steht seit über einem Jahr auf der Spiegelbestsellerliste und über 250 000 Exemplare wurden bereits verkauft.


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